Keine Befreiung! Teil 1. Kriegsverbrechen der Roten Armee an ukrainischen ZwangsarbeiterInnen in Ostpreußen

Kriegsverbrechen der Roten Armee an ukrainischen ZwangsarbeiterInnen in Ostpreußen

Beim Massaker von Metgethen im Februar 1945 ermordeten die Rotarmisten fast 3.000 ukrainische Zwangsarbeiter von rund 25.000 ukrainischen Flüchtlingen, welche im Wald bei Metgethen zuflucht gesucht hatten.1 Die ukrainischen Zwangsarbeiter waren in Alfred Fiedlers metgethener Zementfabrik zur Luftabwehr einsetzt.2 Nach Alfred Fiedler waren auch tausende von ukrainischen Zwangsarbeitern im Gebäude der Feuerwehrschule von Metgethen untergebracht.3

Metgehten2

                                                Feuerwehrschule von Metgethen

Hermann Sommer, u.a. „Kommandeur des Kriegsgefangenenwesens“, berichtete 1951 in einer eidesstattliche Erklärung es gäbe „neben den über den ganzen Ort verstreuten Einzelleichen zwei besonders große Leichenhügel, in denen etwa 3.000 meist Frauen-, Mädchen- und Kinderleichen enthalten waren.“ Laut Sommer war „ein Großteil der Leichen nicht deutscher, sondern russischer Nationalität“. Gemeint waren damit die im Ort und im angrenzenden Waldgebiet anwesenden Ukrainer, von denen laut Sommer nach der sowjetischen Einnahme des Gebiets „der größte Teil der Männer sofort in russische Strafabteilungen eingegliedert und der Rest erschossen“ wurde. Laut Sommer wurde eine Spezialkommission zur Identifizierung der Opfer und Klärung des Hergangs gebildet. Dabei gaben gaben „mehrere Hundert Kriegsgefangene“ Aussagen zur Behandlung der Ukrainer zu Protokoll.4

MetgehtenLibrary of Congress, Prints and Photographs Division, LOT 2280, loc.gov; accessed 22 January 2015.

Am Rande Ostpreußens auf den Weg nach Westpreußen wütete zuerst die 2. Weißrussische Front und dann die 7. Garde-Kavallerie der 1. Weißrussischen Front

Die Augenzeugin Gerda Buczkowska (Feyerabend) berichtete von einem Arbeitslager in der Nähe von Groß Werder (Insel bei Deutsch Eylau) mit 200 belarussischen Frauen: “Wir gingen über (…) ein Frauenlager für Weißrussen, dass im Sägewerk auf Rotruk arbeitete und (gelangten) zum See. Ich sah sie jeden Tag, wenn sie morgens zur Arbeit gingen und abends zurückkehrten. Ich sah sie auch in der Molkerei, die sich im Erdgeschoss unseres Hauses befand. Sie erhielten eine größere Zuteilung von Brot von anderen, weil sie sehr hart arbeiteten. All diese Frauen lagen im Schnee, fast zweihundert Frauen, und der Schnee war rot vor Blut. Meine Mutter sagte, die Russen hätten es getan.5

Nach dem Zeitzeugen Mikołaja Czernego war der Oberbefehlshaber der Stadt Deutsch-Eylau ein Major Konstantinov (Im Januar 1945 bildete die 1. Weißrussische Front die Konstantinov-Kavallerie-Mechanisierte Gruppe unter dem 7. Garde-Kavallerie-Kommandeur, Generalleutnant M.P. Konstantinov und agierte z. T. in Pommern).6 Und hinter dem Gaswerk im Haus an der Iława (Eylenz) war die von Leutnant Nikolai geleitete Kompanie des Stadtschutzes stationiert. “Es dienten dort etwa hundert Kalmücken, mit Augen, die wie die Chinesen geneigt waren.”7       

Sägewerk                               Das Sägewerk Seifert am Eylenzfluss, Postkartenausschnitt.

1 H. Sommer: Maschinenschriftliche Eidesstattliche Erklärung (15. Februar 1951), in: Bundesarchiv: Vertreibung und Vertreibungsverbrechen, Bonn 1989, S. 146-148, 147.

2 F. Gause, Die Geschichte der Stadt Königsberg Bnd. III. Vom Ersten Weltkrieg biz zum Untergang Königsbergs (Köln 1971), 134; 169.

3 A. Linhardt, Feuerwehr im Luftschutz 1926 – 1945, Die Umstrukturierung des öffentlichen Feuerlöschwesens in Deutschland unter Gesichtspunkten des zivilen Luftschutzes (Braunschweig 2002), 165; M. Blessing, Vorbei, vorbei… (o. A. 2002); Silke Spieler (Hrsg.), Vertreibung und Vertreibungsverbrechen, 1945-1948.

4 H. Sommer: Maschinenschriftliche Eidesstattliche Erklärung (15. Februar 1951), in: Bundesarchiv: Vertreibung und Vertreibungsverbrechen, Bonn 1989, S. 146-148, 147.

5 Wiesław Niesiobędzki, Jak to z tym „wyzwalaniem” było (What sort of „liberation“ was it). Kurier Iławski weekly, 2004-09-17. Russian historian Ia. S. Drabkin suggested in a 1989 interview that it was „not the soldiers who caused most of the problems with rape in the occupation administration, but former Soviet POWs and Soviet citizens working for SVAG, who often wore uniforms“ which looked the same. Vgl. N.-M. Naimark, The Russians in Germany: a history of the Soviet Zone of occupation, 1945-1949, 91.

6 Feskov et al 2013, 231–232.


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